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Borkheider Grundschüler
erkunden Leben im Rollstuhl


„Ihr seid so wie wir, nur mit Behinderung“


Toben, Klettern, um die Wette rennen sind Dinge, auf die Kinder nur ungerne verzichten. Wie es sich anfühlt, dies nicht zu können, erlebten Viertklässler der Borkheider Hans-Grade-Grundschule jetzt. „Toleranz durch Dialog“ heißt ein vor 16 Jahren gestartetes Langzeitprojekt, das bei Grundschülern Verständnis für die Lebenssituation behinderter Menschen wecken will.


Quelle: U. Klemens

Ilka Bischoff und Maik Franke taten dies nun wieder in Borkheide. Schon in der Vorstellungsrunde überhäufen die Mädchen und Jungen ihre Gäste mit Fragen, die Erwachsene eher nicht zu stellen wagen würden. Habt ihr schon als Kinder im Rollstuhl gesessen? Wie lange braucht man, um sich daran zu gewöhnen? Was macht ihr, wenn ihr zur Toilette müsst? Wie schnell seid ihr mit dem Rollstuhl? Könnt ihr Kinder machen? All das wollen die neun bis elf Jahre alten Kinder gerne wissen.


Ilka und Maik, die allen Kindern das Du angeboten haben, bleiben keine Antwort schuldig. Sie erzählen, dass sie bereits mit einer Querschnittslähmung zur Welt kamen. Die Vorstellung, plötzlich laufen zu können, sei für sie deshalb ebenso unheimlich, wie für Nichtbehinderte die Angst, nach einem Unfall oder einer Krankheit plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. „Denn dann würde vieles plötzlich nicht mehr so funktionieren, wie wir es von klein auf gewöhnt sind“, sagt Maik Franke.


Dass das Dabeisein wichtiger ist, als das Laufenkönnen, gerade auch für behinderte Kinder, lernen die Schüler an diesem Vormittag. Begriffe wie Integration und Inklusion könnten einfacher wohl kaum vermittelt werden.

 

Verständnis gefördert


„Wie wäre es denn in eurer Schule? Käme man hier als Rollstuhlfahrer zurecht“, will Ilka Bischoff wissen. Eingang, Flure, Klassenräume sind barrierefrei oder haben eine Rampe, berichten die Kinder. Nur in die Bibliothek müssen Stufen überwunden werden. Dass diese damit einem Rollstuhlfahrer verschlossen bleibt, haben sie vorher noch nie bedacht und wundern sich nun selbst darüber. „Deshalb ist es ja gut, dass es so eingerichtet ist, dass Menschen zusammen leben und sich gegenseitig helfen können“, klärt Ilka Bischoff die Situation.


Klassenlehrerin Julia Schröder staunt über den Wissensdurst ihrer Schüler und über die große Disziplin. „Ein bisschen Ehrfurcht vor dem Thema ist wohl doch dabei.“ Nur vor der Antwort auf die Sache mit dem Kinderkriegen haben sich Ilka Bischoff, Maik Franke und die Lehrerin schnell per Blickkontakt verständigt, wie denn der Kenntnisstand der Schüler ist.


Nach so viel Theorie und Disziplin haben sich die Kinder eine Tobestunde verdient. Sie wird im Rollstuhl absolviert. Acht Gefährte haben Ilka und Maik aus Potsdam mitgebracht. Slaloms vorwärts und rücklings sehen einfacher aus, als sie sind, stellen die Schüler schnell fest. Doch nach den ersten zaghaften Runden geht es bald besser. Das kleine Basketballturnier ist der Höhepunkt. Punkte sind dabei nicht halb so wichtig wie der Spaß. Der Satz vom Dabeisein bewahrheitet sich.


„Jetzt weiß ich, wie man sich als Behinderter fühlt und dass man hilfsbereit sein soll“, sagt der neunjährige Gracjan in der kleinen Abschiedsrunde.„Ihr seid so wie wir, nur mit Behinderung“, lautet Elisas Erkenntnis.


Quelle: www.maz-online .de

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